Lektüre aus Lyon

08/09/2012

Mein Fotoapparat glüht. Die Lichtverhältnisse pressen meinen Finger auf den Auslöser. Rotwein und Lyon vom Vortag im Kopf und auf den Lippen. Au petit-dejéuner. Morgendlich turteln die Sonnenstrahlen mit dem blank polierten Boule-Spiel unten im vorgesehenen Spielfeld der Parks. Glänzende Kugeln, polierte Tradition. Männer stehen umher und prüfen die geschickten Würfe. Zwei Kinder graben im Stadtsand, ein umgekipptes Dreirad wirkt vergessen, Hunde haschen nacheinander. Aus einem Hauseingang dröhnt ein schlechter Radioempfang höchstwahrscheinlich Nachrichten. Ich verstehe kein Wort und schäme mich. Dieses geschäftige Sonntagslicht taucht die vielen hellen Gebäude in einen warmen Ton. Wenn der Himmel es zulässt. Gern verbirgt er hier die Sonne vor der Stadt. Wir sitzen an einer Straßenecke in der Altstadt „oben“ auf einem der „Berge“ und schütteln Zuckertütchen, reißen sie rasch auf und mischen den Zucker dem Caffé Crema unter. So energisch, dass sich die Tauben vom Platz lösen. Der erste Aufruhr heute, in der drittgrößten Metropole Frankreichs, die so leise ist und noch leiser sein kann. Wir lachen.

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