http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/studieren-in-polen-auslandsjahr-in-breslau-a-915473.html

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Torwart Benny Kirsten im Interview

Text: Henry Buschmann

Fotos: Marc Oliver Rühle

Das ganze Interview ist hier zu lesen…

RE–COVERED

Neue deutschsprachige Prosa

Herausgeberin: Carolin Beutel

Verlag Lettrétage

ISBN: 978-3-9812062-9-6

188 Seiten

Mit Texten u.a. von:

Babet Mader, Yulia Marfutova, Bettina Hartz, Donata Rigg,

Luise Boege, Sandra Gugic, Silke Eggert, Laetizia Praiss,

Roman Israel, Robert Wenrich, Sascha Reh und Marc Oliver Rühle

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M.O.RÜHLE feat. HEART ISLAND zum ANHÖREN H I E R.

[…] Kein Mensch war zu sehen. Dämmerungen vor der Tür, unten auf der Straße Regen, auffällig nur für den Asphalt. Schienen zu beiden Seiten, eine Straßenbahn bog sich um die Kurve vorm Eckhaus. Raue Fassade, ein Doppelfenster ins Zimmer. Zwischen den Scheiben ein Weberknecht. Wer nach draußen will, muss drinnen sein, dachte er. Graue Teppichfasern, ein eigenwilliger Stapel Textilien, Fachjournale, aufgehobene Dinge, nichts von Besonderheit, Notizen, die nur der Erinnerung auf die Sprünge halfen. Wie ging es mir damit, seine Accessoires aufzuzählen? So intim hatte ich es nicht gewollt. Ich sträubte mich etwas, tat aber so, als hätte ich eine Berechtigung dazu, hier einfach alles aufzuschreiben.

 

   Ich ging alle meine Wörter durch: Welches würde frei bleiben, welches übrig – für jetzt? Ich konnte mich nicht entscheiden und kam nicht überein, einzelne Wörter gegeneinander auszutauschen, bevor ich weiterredete, auf ihn einredete. 

Aus >Headland Hotel<, Kapitel „IM BEI SEIN“, mit Untertönen von Heart Island.

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Das Porto – Porträt ist hier zu finden.

Klick und Flug durchs Heft: MORGEN

Beitrag: „WAS SOLL NUR AUS DIR WERDEN“

Autor: Marc Oliver Rühle

Interviewpartner: Andreas Stichmann, Christian Friedel & Dr.med. Heinz Langer

Wo: überall hier

BOOM BRESLAU BABY!

12/17/2012

Unser Reporter Marc Oliver Rühle ist für uns in den Regionalexpress Dresden – Wrocław (Breslau) gestiegen, um drei Stunden später von einer Metropole überrascht zu werden, mit der er so überhaupt nicht gerechnet hatte, die nicht auf seinem Zettel stand. Dieser Zettel überlebte eine durchtanzte Nacht und fand sich in einer polnischen Studenten–WG wieder, wohl behütet und mit Ausrufezeichen übersäht. In nur 24 Stunden.

Der gesamte Artikel ist hier.

Thema: Vor 25 Jahren demonstrierten junge Deutsche massiv gegen die Volkszählung. Heute stellen junge Deutsche massiv ihre privaten Informationen ins Netz. Eine der beiden Generationen muss sich irren. Oder?


>JEDER IRRT ALLEIN?<

Weil wir dazuzählen wollen, ein Kommentar

Kann es sich um einen Irrtum handeln, eine staatliche Registrierung zu verweigern oder Privatestes auszustellen? Die damalig junge Generation bevorzugte die Diskretion, die jetzige stellt ihr Leben banalisierend ins virtuelle Schaufenster. Dabei unterscheidet die beiden Verhaltensphänomene nur Eines – dass Verständnis für die Öffentlichkeit. Und deren Medialität.

Im Jahre 1987 war der Begriff der Identifikation im eigenen Land ein noch schwer nachzuvollziehender Diskurs. Das eigentliche Volk voneinander, ineinander getrennt – eine Wahrnehmung als Volk, welches als bestimmt zählen sollte – das musste verunsichern! Privat sollte alles das bleiben, was aufgrund eines persönlichen Selbstverständnisses keiner staatlichen Forderung folgen brauchte. Im Zweifel für den Zweifel, so wurde >Öffentlichkeit< interpretiert. Ein Irrtum? Vielleicht, aber dann haben ihn alle als eine Gemeinschaft begangen, da sie sich durch die Definition in ihrer Freiheit gefährdet sahen.

Heute entscheidet und irrt jeder allein, aus Angst, nicht dazuzugehören. Unser Mitteilungsbedürfnis hat seinen Zenit erreicht und wird mit aller technischen Voraussetzung verführt. Wir stehen unserem Nächsten nicht im Angesicht gegenüber sondern durch die Apparate. Sich zu äußern oder andere zu kommentieren hat sich zum Zwanghaften entwickelt. Ich poste, also bin ich – nur SO nehmen wir uns selbst wahr.

Durch die digitalen Möglichkeiten wird ein automatisierter Ich-Bezug provoziert, welcher dazu führt, dass beide menschlichen Irrtümer nicht vergleichbar sind. Die Privatsphäre ist der absoluten Öffentlichkeit gewichen. Im Grunde ver-irrt sich jetzt ALLES nach draußen. Es ist der verständliche Wunsch, zu dieser geschrumpften, großen Welt dazuzugehören. Hallo, ich bin da!

Alles Illusion, klar, aber das zählt nicht.

Text: Marc Oliver Rühle /

Foto: Selbstauslöser / mit Antonio Foschini und Monika Gawronska

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